27. Juli 2009
Vornamenwahl
Heute nehmen Eltern das Recht auf Vornamenwahl gerne und bewusst wahr. Mag dabei der Einfluss aus dem engeren Familienkreis noch so groß sein, genommen wird schließlich meist der Name, der den Eltern am besten gefällt.
Namenvorbild ist zunächst eine Person aus der Vergangenheit oder Gegenwart - ein Mann, eine Frau, ein Kind; durch sie gewinnt ein Name Ansehen.
Namenvorbilder waren und sind meist bekannte, beliebte oder einflussreiche und vornehme Personen wie Könige, Fürsten und Heilige bis zu den Idolen von Sport und Fernsehen. Ihre Namen wanderten in ihrer Zeit, in der sie dem modischen Zeitgeschmack entsprachen, von den oberen sozialen Schichten zu den unteren. Dort verbreiten sie sich, weil sie gut gefielen, und wegen ihrer vornehmen Herkunft.
Die Motive für die Wahl eines bestimmten Vornamens sind unterschiedlich. Möglicherweise wählt man aufgrund einer bestimmten Namenfolge in der Familie, vom Großvater auf den Vater, den Sohn oder Enkel. Oder aber man orientiert sich an Namen geschichtlich bedeutender Männer und Frauen. Religiöse Eltern wählen unter Umständen den Namen eines Heiligen oder einer anderen kirchlichen Autorität. Künstler und Stars der Gegenwart aus Film und Fernsehen inspirieren zur Benennung. Man wählt einen Namen, weil er modern ist, weil viele ihn tragen; anderen wiederum lieben es ausgefallen und wählen den klangvollen, ungewöhnlichen Namen.
Auch nostalgische Motive können zur Namenwahl führen, in Erinnerung an angenehme Ereignisse oder Personen, an Freunde oder Verwandte.
Egal, welches Motiv man selbst zugrunde legt, bei der Namenwahl steht immer ein Wunsch oben an: Der Name für das Kind soll schön, klangvoll und passend sein.
Im folgenden noch einige nützliche Hinweise dazu:
- Wähle wohlüberlegt und besonders auch im Interesse deines Kindes einen schönen Vornamen aus.
- Wenn du mehrere Vornamen möchtest, beschränke dich maximal auf drei.
- Gebe deinem Kind den vollen Vornamen, den es einmal als erwachsener Mensch tragen soll; im Kleinkind- und Schulalter kannst du das Kind eventuell noch mit dem abgeleiteten Kurznamen oder Kosenamen rufen.
- Kurzformen und kurze Namen entsprechen dem Zug der Zeit. Die vertrauten Kosenamen der Kindheit wirkten jedoch später beim Erwachsenen albern, mit einem niedlichen "Bubi-Namen" tut man seinem Kind keinen Gefallen; also nicht Andy, Conny oder Hansi, sondern Andreas, Cornelia und Hans.
- Ein zu langer Vorname ist ebenso hinderlich im täglichen Umgang wie ein hübscher Doppelname, der als Rufname gebraucht werden soll. Ist er zu lang, liest er sich zwar gut auf dem Papier, ist aber aufwendig in der Aussprache; also Hanspeter ja, Johannes-Nikolaus nein.
- Auf einen seltenen Namen mit ausgefallener Schreibweise mögen die Eltern stolz sein; doch kann der besondere Name Anforderungen an ein Kind stellen, denen es später nicht gewachsen ist - und sei es nur, weil es Auffälliges einfach nicht mag.