5. Juli 2010
Bedeutung und Herkunft der Namenstage
Zu vielen Namen auf unserer Internetseite wird auch ein Namenstag angezeigt. Doch woher kommt eigentlich der Namenstag, warum gilt beispielsweise der 29. April als Namenstag der Vornamen Katharina und Roswitha? Warum haben einige Namen keinen Namenstag, andere hingegen gleich mehrere?
Gilt für einen Namen ein bestimmtes Kalenderdatum als Namenstag, heißt das meistens, dass dieser Tag Gedenk- oder Todestag einer wichtigen Person, zum Beispiel eines Heiligen, ist. Ein Namenstag dient also in erster Linie dazu, an eine Person zu erinnern, die durch ihr Handeln etwas Bedeutendes bewirkt hat.
So ist der 29. April der Todestag der Heiligen Katharina von Siena (1347-1380), einer italienischen Mystikerin und Kirchenlehrerin, die zum Beispiel für die Einheit der Kirche und für eine Friedenslösung im krisengeschüttelten Italien kämpfte.
Aufgrund der Christianisierung, also der Konversion ganzer Regionen zum Christentum, spielte für viele Menschen der Namenstag eine wichtigere Rolle als der eigene Geburtstag. Bei der Neutaufe erhielt der Konvertierte den Namen eines Märtyrers oder eines Apostels, womit der Gedenktag der oftmals heiligen Person von zentraler Bedeutung war. Auch war es vor allem im Mittelalter üblich, einem Kind bei der Taufe den Namen des Heiligen zu geben, dessen Gedenktag gerade war.
Vor allem die katholische Kirche trieb den Gebrauch der Namen von Heiligen Personen voran, indem es Pfarrern untersagt wurde, Kindern Namen zu geben die anstößig waren oder einen heidnischen Bezug hatten.
Da die Namenstage einen religiösen Ursprung haben, erklärt sich auch, warum es nicht für jeden Namen einen Gedenktag gibt. Für Vornamen ohne Bezug zum Christentum oder ohne religiöse Wurzeln gibt es keine Namenspatrone.
Wenn dagegen ein Name mehrere Namenstage hat, so bedeutet das in erster Linie, dass es mehrere Heilige gab, die für diesen Namen Namenspatron sind. Als Namenstag wird dann stets das Datum gewählt, welches dem Geburtstag am ehesten folgt.